Das Projektjahr ist mit dem Valentinsempfang am 19. Februar 2017 zu Ende gegangen. Angebote für Paare in Bonn, Rhein-Sieg, Altenkirchen und Euskirchen finden Sie unter www.zeitzuzweit.info.

LIEBE IST DAS EINZIGE, WAS WÄCHST, WENN WIR ES VERSCHWENDEN.
(Ricarda Huch)

Vollmundig – so lobt der Weinfreund einen Wein und so tadelt der Kritiker, wenn
jemand den Mund zu voll nimmt und dann nicht hält, was er versprochen hat.
Liebe – das ist ein großes, ein vollmundiges Wort. Menschen unserer Tage sind oft
kritisch gegenüber vollmundigen Worten. Nimmt man den Mund damit nicht zu voll?
Meist stehen enttäuschende Erfahrungen im Hintergrund. Deshalb: Lieber im Kleinen
bleiben, dann ist später auch die Enttäuschung nicht so groß. Aber bringt dieses „Klein-
Klein“ die Liebe nicht um ihre Kraft, wenn gleich schon nichts Großes erwartet wird?

Traut euch Liebe vollmundig zu. Nicht kleinreden. Vielmehr den Mund richtig voll
nehmen und dann die große Kraft der Liebe erfahren: in der Ehe, in Partnerschaften, im
Umgang miteinander, in der Gestaltung des Lebens.

• LIEBE – das große Wort wagen, allen Enttäuschungen zum Trotz.
• LIEBE – nicht kleinreden. Vielmehr als das große, vollmundige Wort des Lebens wagen.

Dr. Reinhold Malcherek, komm. Kreisdechant im Kreisdekanat Rhein-Sieg

WO DIE LIEBE SICH FREUT, DA IST EIN FEST.

middle age couple going for a ride with the bicycle in the countryside

Die Liebe feiern

Jede Liebe hat ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Regeln und
Gesetzmäßigkeiten, ihre eigenen Hoch- und Tiefzeiten.

Hochzeit, Silberhochzeit, Goldhochzeit – das sind Feste, die werden mit Freunden
und Verwandten gefeiert. Aber wie viele Festtage kennt ihre ganz persönliche
Liebesbeziehung? Vielleicht ist es der Tag, an dem Sie sich kennenlernten, vielleicht ist
es der Tag der Versöhnung nach einem Streit, vielleicht ist es ein besonderes Erlebnis,
das nur für Sie zum Festtag wird. Feste können eine Kraftquelle sein. Sie halten die
Liebe am Leben, unterbrechen den Alltag der Verpflichtungen, des Organisierens, des
täglichen Einerleis.

Welche Feste gibt es in Ihrer Liebe zu feiern? Überraschen Sie „Ihre Liebe“ doch
einmal mit der Erinnerung an einen besonderen Moment und machen Sie ihn zum ganz
persönlichen Festtag!

Rita Cosler, Kath. Ehepastoral, Siegburg

Wo die Liebe sich freut, da ist ein Fest.  (Johannes Chrysostomus)

DIE 5 SPRACHEN DER LIEBE

Wenn ich die Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. (Apostel Paulus)

Auch in der Liebe hat jeder Mensch seine eigene „Muttersprache“, in der er instinktiv
seine Liebe ausdrückt und empfängt. Der Paartherapeut Gary Chapman unterscheidet
dabei fünf „Sprachen der Liebe“:
• Lob und Anerkennung: Liebe lebt von positiven Worten und Wertschätzung.
• Zweisamkeit: Liebe braucht Zeit zu zweit.
• Geschenke: Aufmerksamkeiten aller Art sind Zeichen der Liebe.
• Hilfe: Liebe wächst in der Achtsamkeit, Sorge und Hilfsbereitschaft füreinander.
• Zärtlichkeit: Berührung macht die Liebe spürbar.
Wenn nun zwei in einer Beziehung unterschiedliche „Sprachen der Liebe“ sprechen,
können sie aneinander vorbei „reden“. Dann kommen die Liebesbezeugungen nicht
beim anderen an. Deshalb lernen Sie zunächst die „Sprache“ Ihrer Partnerin, Ihres
Partners zu sprechen und zu verstehen. Wenn Sie sich auch in den weiteren „Sprachen
der Liebe“ üben, gewinnt Ihre Partnerschaft noch mehr.

Norbert Koch, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg

SPIRITUALITÄT DER LIEBE

Happy vivacious romantic young couple enjoying a good joke hugging and laughing merrily as they stand outdoors on am urban residential street

Happy vivacious romantic young couple enjoying a good joke hugging and laughing merrily as they stand outdoors on am urban residential street

JEMANDEN LIEBEN HEISST, IHN SO ZU SEHEN, WIE GOTT IHN GEMEINT HAT. (Fjodor Dostojewski)

Spiritualität ist die Weise, wie der Mensch sich auf Gott – den radikal Liebenden –
bezieht. Jeder Mensch hat eine einzigartige Weise, dies zu tun. Deshalb hat auch jedes
Paar eine einzigartige Spiritualität.

Spiritualität öffnet die Augen dafür,
• dass wir im Anderssein des Partners oder der Partnerin Gott erblicken,
• dass das „Alltägliche“ göttlich ist, aber auch, dass das „Göttliche“ alltäglich ist,
• dass „Wir“ mehr sind als zwei „Ichs“.

Spiritualität lädt uns als Paar ein, auf die geistige Dimension unserer Beziehung zu
blicken. Vielleicht können wir entdecken,
• dass Gott Beziehung ist und unsere Beziehung Anteilhabe am Leben Gottes,
• dass Gott Liebe ist und unsere Liebe ein Bild des liebenden Gottes,
• dass Gott Zuwendung ist und unserem Verzeihen vorausgeht.

Niels Christensen, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg

„SPIEL-RÄUME“ FÜR DIE LIEBE

OHNE LIEBE KANN EIN MENSCH FUNKTIONIEREN; ABER ER KANN NICHT EXISTIEREN. (Roger Garaudy)

Geht es nach dem Nutzendiktat von Industriegesellschaften, so gilt die magische
Zahl 24/7: 24 Stunden 7 Tage die Woche verfügbar zu sein.

Dabei geht es nicht nur um Arbeitsleistung, Informationen, Konsum und Unterhaltung.
Die Verfügbarkeit betrifft dann natürlich auch das Beziehungsleben, die Liebe in Ehe
und Partnerschaft. Die gesellschaftlich geforderte Flexibilität und Mobilität, die sozialen
Systeme und die unterschiedlichen Rollenbilder (mit denen man übereinstimmt oder
sich von ihnen negativ abgrenzt) stellen Paare vor große Herausforderungen.
Es gilt nachzudenken über Chancen der Liebe ohne Leistungsdenken. Paare können
auch angesichts ungünstiger gesellschaftlicher Bedingungen in eigener Verantwortung
gute Möglichkeiten und „Spiel-Räume“ finden für ihre Liebe und Intimität, für die
Partnerschaft und Elternschaft.

Dirk Grossmann, Kath. Bildungswerk, Siegburg

KRISEN… – UND WAS NUN?

NICHTS STIMULIERT DIE PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG MEHR ALS EINE KONSTRUKTIVE LIEBESBEZIEHUNG. (Jürg Willi)

Irgendwann im Lauf des Zusammenlebens erlebt (fast) jedes Paar eine heftige Krise.
Das ist normal. Jetzt geht es darum, endlich die Andersartigkeit des Anderen zu
begreifen und zu akzeptieren. Und dies als Herausforderung an das eigene Wachstum
zu verstehen. Mehr bei mir selbst bleiben heißt, weniger Ansprüche an den Partner
zu haben, ihn zu lassen wie er ist und stattdessen selber (noch einmal und diesmal
wirklich ernsthaft) mich um mich selbst zu kümmern und ggf. kritisch zu betrachten.
Bei mir beginnen. Und nicht darauf warten, dass der Partner endlich etwas tut.

Wer lieben möchte, liebe!

Angela Lüke, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg

VOM UMGANG MIT VERLETZUNGEN

VON GUTEN MÄCHTEN TREU UND STILL UMGEBEN, BEHÜTET UND GETRÖSTET WUNDERBAR … (Dietrich Bonhoefer)

Sich treu und still umgeben, behütet und getröstet fühlen: So soll es in Beziehungen
doch immer sein. Aber was, wenn vor Zorn und Ratlosigkeit sich der Magen
zusammenzieht, weil Sie vom anderen so verletzt wurden? Wie können Sie das jemals
verzeihen? Und warum sollten Sie das überhaupt? Wenn Groll, Einsamkeit und Trauer
das Leben auf Dauer schwer machen, sich Ihrer bemächtigt, lautet die Antwort: ja, es
macht Sinn, zu verzeihen. Weil man damit auch etwas für das eigene Seelenheil tut.
Wer nachträgt, schleppt selber die Last, könnte man verkürzt sagen. Verzeihen braucht
Zeit. Man verzeiht mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf, man „verzeiht in dem Maße,
in dem man liebt“. Indem Sie verzeihen, gewinnen Sie die Macht über Ihr Leben
zurück. Gespräche können langsame Heilung bringen und die bösen Erinnerungen
sind irgendwann nicht mehr so präsent im Kopf. Ein Tipp: auf die guten Erinnerungen
zurückgreifen!

Denn die gibt es: die größten Kränkungen sind dort, wo man am meisten liebt.

Friederike Ludwig, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg

INDIVIDUUM BLEIBEN

GRENZEN SETZEN IST AUSDRUCK MEINER LIEBE ZU MIR SELBST.
GRENZEN DES ANDEREN ZU RESPEKTIEREN, IST AUSDRUCK MEINER LIEBE ZUM ANDEREN. (Elke Bischofs)

Wenn wir wirklich miteinander in Beziehung sein möchten, ist es wichtig, dem anderen
bzw. der anderen ein echtes Gegenüber zu sein. Dazu gehört es, die Beziehung zu
sich selbst zu pflegen, Zeit und Energie für sich aufzuwenden und liebevoll mit sich
umzugehen.

Sich gut um sich selbst zu kümmern, ist wie „das eigene Haus zu bewohnen“.
Oft kreisen wir vor allem um den Partner, die Kinder, die Eltern, die Arbeit und sind
mehr im Außen als bei uns. Es ist, als würden wir „im Vorgarten der anderen Rasen
mähen, Unkraut zupfen, den Weg kehren, die Veranda schrubben“. Währenddessen ist
unser eigenes „Seelenhaus“ vernachlässigt, unbeleuchtet und kaum bewohnt, unser
eigener Garten verwildert. Wir sind nicht „bei uns zu Hause“, was auch auf andere
nicht einladend wirkt.

Ich lade Sie ein, „Ihr eigenes Haus wieder mehr zu bewohnen“, Ihren „eigenen
Garten wieder liebevoll zu hegen und zu pflegen“, mit Aufmerksamkeit, Liebe und
Wertschätzung. Sie werden Ihren Kindern ein Vorbild sein, und Ihr Gegenüber wird sich freuen.

Nicole von Kruedener, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg

ACHTSAMKEIT – EIN EINFACHER NÄHRBODEN FÜR DIE LIEBE

LIEBE IST EIN GLAS, DAS ZERBRICHT, WENN MAN ES UNSICHER ODER ZU FEST ANFASST. (aus Russland)

Achtsamkeit lässt den Geist ruhig und gelassen werden.

Für Paare ist das gemeinsame Üben von Achtsamkeit eine spürbare Chance, die Liebe zu
vertiefen – in konfliktreichen Zeiten respektvoll sich selbst und dem Anderen gegenüber
zu sein und im Kontakt zu bleiben.
Einfache und sehr wirksame Anregung für Paare:
• Im Miteinander immer wieder in den Kontakt mit dem eigenen Atem gehen
und sich entspannen.
• Äußerungen des Partners nachklingen lassen und die eigene Bewertung
dazu wahrnehmen.
• Gemeinsame Zeiten des ruhigen Beisammenseins ermöglichen.
• weitere Anregungen unter: www.arbor-seminare.de/was-achtsamkeit-ist

Hans-Steffen Kind, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg

EROTIK UND SEXUALITÄT LEBENDIG HALTEN

LIEBE SUCHT NÄHE, DOCH DAS VERLANGEN BRAUCHT DISTANZ. (Esther Perel)

Im gegenseitigen zärtlichen Berühren fühlen wir uns sicher verbunden, im sexuellen
Kontakt fühlen wir unsere Lebensenergie unmittelbar.
Wie können Liebespartner diese so wichtige Verbindung über die Jahre
erhalten?

Erotik braucht Aufmerksamkeit und Pflege.
Die Lust auf Sex entsteht durch die Entscheidung, sich erotischen Reizen zuzuwenden
und setzt also aktives Handeln voraus. Jedes liebende Paar hat die Chance, sich seine
ganz eigene Sexualität miteinander zu erobern. Am Anfang steht die Bereitschaft
jedes Einzelnen, sich selbst zu verstehen und zu akzeptieren. Wer neue Erfahrungen
machen und sich ausprobieren will, muss die Angst vor Missbilligung und Ablehnung
überwinden und seine erotischen Wünsche und Vorstellungen mitteilen. Wenn Liebende
sich dieser Herausforderung stellen, werden sie durch die beglückende Erfahrung von
schönerem Sex entlohnt.

Susanne Weihermann, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg