VOM UMGANG MIT VERLETZUNGEN

VON GUTEN MÄCHTEN TREU UND STILL UMGEBEN, BEHÜTET UND GETRÖSTET WUNDERBAR … (Dietrich Bonhoefer)

Sich treu und still umgeben, behütet und getröstet fühlen: So soll es in Beziehungen
doch immer sein. Aber was, wenn vor Zorn und Ratlosigkeit sich der Magen
zusammenzieht, weil Sie vom anderen so verletzt wurden? Wie können Sie das jemals
verzeihen? Und warum sollten Sie das überhaupt? Wenn Groll, Einsamkeit und Trauer
das Leben auf Dauer schwer machen, sich Ihrer bemächtigt, lautet die Antwort: ja, es
macht Sinn, zu verzeihen. Weil man damit auch etwas für das eigene Seelenheil tut.
Wer nachträgt, schleppt selber die Last, könnte man verkürzt sagen. Verzeihen braucht
Zeit. Man verzeiht mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf, man „verzeiht in dem Maße,
in dem man liebt“. Indem Sie verzeihen, gewinnen Sie die Macht über Ihr Leben
zurück. Gespräche können langsame Heilung bringen und die bösen Erinnerungen
sind irgendwann nicht mehr so präsent im Kopf. Ein Tipp: auf die guten Erinnerungen
zurückgreifen!

Denn die gibt es: die größten Kränkungen sind dort, wo man am meisten liebt.

Friederike Ludwig, Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Siegburg